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Hermann Pascha beendet Pokerkarriere

Erst vor wenigen Wochen meldete er sich zurück. Voller Energie und Tatendrang konnte man ihn auch wieder an den Pokertischen treffen. Und jetzt dies: Hermann Pascha beendet seine Pokerkarriere.

„Es geht einfach nicht mehr“, erklärt Hermann Pascha. Dabei habe er sich so auf seine Pokerrunden gefreut. Im Januar 2020 war er noch wöchentlich zwei Tage im King´s Casino Rozvadov mit einer Hermann Pascha-Pot Limit-Omaha-Runde. Ein Abend davon war zudem im Livestream zu sehen.

Als er sich vor wenigen Wochen voller Energie zurückmeldete (hier das Interview), schien einem Poker-Neustart nichts im Wege zu stehen. Die Freude war groß. Nicht nur bei ihm selbst, der seinem Comeback wahrlich entgegenfieberte – auch seine Fans waren begeistert. Sie kamen ins King´s Casino um mit Pascha am Tisch sitzen zu können, sahen sich die Liveübertragungen mit ihm an.

Und nun heißt es: „Aus und vorbei – Hermann Pascha beendet seine Pokerkarriere“. Bei einem Menschen, für den Aufgeben bislang nie eine Option war. Der dafür bekannt war, immer wieder aufzustehen und weiter zu machen. Der sein ganzes Leben nach dem Motto „Hinzufallen ist keine Schande, liegen zu bleiben schon“ gelebt hat.

Hermann Pascha bei seinem Besuch in seiner ehemaligen Wahlheimat Salzburg. Foto: Kitzenegger
Hermann Pascha bei seinem Besuch in seiner ehemaligen Wahlheimat Salzburg.        Foto: Kitzenegger

„Ich bin zu alt“

„Es ist sehr schwer, mir das einzugestehen, aber ich bin einfach zu alt für das Spiel“, erklärt Pascha und ergänzt: „Nicht nur mein Körper, sondern auch mein Kopf machen nicht mehr mit.“ So habe er jedesmal zwei bis drei Tage nach seinen Pokerausflügen in die Tschechei gebraucht, um körperlich wieder fit zu werden. „Ich war richtig fertig, total übermüdet“, so Pascha.

Aber dies war für ihn sogar das kleinere Übel. „Das eigentlich Schlimme war und ist, dass ich mir teilweise die Karten nicht mehr gemerkt habe. Ich musste oft zweimal nachschauen, welches Blatt ich in der Hand habe und was sich da eventuell noch ausgehen könnte“, erzählt der leidenschaftliche Pokerspieler.

Einfach hat sich Pascha die Entscheidung seine Pokerkarriere endgültig zu beenden nicht gemacht. „Ich feiere jetzt im Sommer meinen 68. Geburtstag. Im vergangenen Jahr kämpfte ich mich nach meiner erzwungenen Auszeit mühsam wieder ins Leben und musste dabei wirklich viel für meine Gesundheit tun. Habe dann endlich wieder Spaß am Leben gehabt. Ich kann das alles nicht – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes – aufs Spiel setzen“, erklärt Pascha.

King´s Casino besser als Las Vegas

Hinzu komme, dass er sich im King´s Casino wirklich wohl gefühlt habe. „Was Leon Tsoukernik da auf die Beine gestellt hat ist wirklich einmalig. Vom Empfang, über das mehr als vielfältige Angebot im Haus bis hin zum Pokern: Es ist wirklich alles top. Da wird Dienstleistung noch so geboten, wie man es sich vorstellt“, schwärmt Pascha, der Tsoukernik seit 2012 kennt. „Leon und ich haben uns bei den German High Roller getroffen“, erzählt Pascha, der mit der Sendung als Pokerspieler bekannt wurde. „Er passte, im Gegensatz zu mir, ja perfekt in das Format German High Roller“, schmunzelt Pascha, um einzuräumen, dass ihm selbst das Spiel dort in den letzten Staffeln eindeutig zu hoch geworden war.

Aber es wäre nicht Pascha, würde er nicht auch dort das Positive sehen. „Ich war schon sehr gerne dabei und es hat wirklich immer Spaß gemacht. Zudem habe ich dort eine meiner beiden für mich persönlich unvergesslichen Hände gespielt“, erzählt er.

Bad Beat als unvergessliches Poker-Erlebnis

Das erste, für Pascha unvergessliche Spiel war jenes, als er bei den German High Roller einen Pot gegen Pius Heinz gewann. „Auch wenn dies für andere bereits Schnee von gestern ist, zumal es ja bereits im Jahr 2011 geschah. Für mich ist es trotzdem unvergesslich, hat es damals mein Spiel ja sozusagen ,weltmeisterlich’ werden lassen“, erinnert sich Pascha.

Hermann Pascha und Pius Heinz im Jahr 2011 in Hinteglemm bei der German High Roller-Aufzeichnung. Foto: Kitzenegger
Hermann Pascha und Pius Heinz im Jahr 2011 in Hinteglemm bei der German High Roller-Aufzeichnung.      Foto: D. Kitzenegger

Die zweite, für ihn nicht gut ausgegangene, aber trotzdem unvergessliche Hand, war jene im King´s Casino im Januar 2020. „So etwas muss einem erst mal passieren“, resümiert Pascha und ergänzt: „Eine Hand wie diese, bei der ich ein Set floppe, plus Flush Draw und Straight Draw oben und unten habe und mein Mitspieler lediglich Asse und Neuner, ohne jeden Draw liegen hat, muss man erst einmal verlieren. Toll, dass ich so etwas noch erleben durfte.“

Pascha beendet Pokerkarriere – und dann?

Auf die Frage, wie es denn nun nach Beendigung der Pokerkarriere weitergehe, hält Pascha inne und erklärt: „Ich hoffe, dass mir in nächster Zeit mal nichts einfällt. Meine Ideen sind ja für mich immer die größte Gefahr. Primär muss ich mich jetzt erstmal mit der Tatsache, dass ich nicht mehr Poker spiele abfinden und mich wieder um meine Gesundheit kümmern. Ich werde mir lediglich die eine oder andere Runde Rentner-Schafkopf gönnen. Es ist leider wirklich Kürzertreten angesagt. Vor allem muss ich schauen, dass ich wieder fit werde und so noch länger ‚Ja ist denn heut schon Kerwa´ singen darf.“

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