Ein Bergurlaub ist Balsam für die Seele. Damit man ihn auch wirklich in vollen Zügen genießen kann und für alle Eventualitäten gerüstet ist, sollte man vorab unter anderem auch an eine spezielle Reiseapotheke denken.
Ganz gleich, ob man im Winter zum Skifahren oder in der warmen Jahreszeit zum Wandern, Mountainbiken, Klettern oder einfach nur zum Relaxen in die Berge fährt: Ein Aufenthalt inmitten herrlicher Bergkulisse ist Wellness für die Seele. Hält man sich zudem in einer Seehöhe zwischen 1500 Metern und 2000 Metern über dem Meeresspiegel auf, hat dies eine zusätzliche positive Wirkung auf die Gesundheit [Dies wurde mit einer wissenschaftlichen Studie [Austrian Moderate Attitude Study (AMAS) der Universität Innsbruck] belegt].
Vorbereitung für den Bergurlaub
Damit dieses Vergnügen auch nicht getrübt wird, empfiehlt es sich, sich rechtzeitig für diese Auszeit vorzubereiten. Dazu zählt neben der körperlichen Fitness und der passenden Ausrüstung auch das Organisieren der richtigen Reisemedikamente. Denn vor allem in abgelegeneren Orten ist es mehr als von Vorteil, wenn man „für den Fall der Fälle“ selbst gerüstet ist. Seien dies erste Anzeichen einer aufkommenden Krankheit oder akute Symptome: Um Schlimmeres zu vermeiden, sollte man in der Lage sein sofort reagieren zu können und die entsprechend Reisapotheke parat zu haben.
Das sollte man für den Bergurlaub in der Reiseapotheke dabeihaben:
- Antihistaminika
- Einweghandschuhe
- Fieberthermometer
- Lippenpflege
- Medikamente gegen Erkältungskrankheiten und Nährstoffpräparate
[insbesondere Magnesium zum Vorbeugen/Behandeln von Muskelkater] - Persönliche Medikamente – Tabletten, die man einnimmt und Arzneimittel gegen Krankheiten, für die man anfällig ist.
- Pflaster in verschiedenen Größen und spezielle Blasenpflaster
- Pinzette
- Salben/Gels für Sportverletzungen
- Salben/Gels für Sonnenbrand
- Schere
- Sonnenschutz [mindestens Lichtschutzfaktor 20]
- Verbandpäckchen
- Wunddesinfektionsmittel
- Wundverband
- Wundheilsalbe
Zudem im Sommer:
- Insektenschutz und Mittel zur Linderung von Insektenstichen
Zudem im Winter
- Kälteschutzcreme
Fertige Reisesets mit Medikamenten und Hygieneartikel für den Bergurlaub
Wer nicht alles selbst zusammensuchen will, sollte auf extra zusammengestellte Reisesets zurückgreifen. Apotheken bieten diese fix und fertig bestückt an. Reisesets sind nicht nur hinsichtlich des gut sortierten Inhalts empfehlenswert. Sie überzeugen zudem mit zum Teil praktischen, platzsparenden Produktgrößen.
Kleines Erste Hilfe Set für die Aktivitäten vor Ort
Ist man vor Ort unterwegs, sollte man bei Ausflügen, Wanderungen oder Berg- und Mountainbike-Touren unbedingt eine „Rucksackapotheke“ mit sich führen. Auch wenn Unfälle selten passieren: Man sollte Vorsorge treffen, und zumindest für den ersten Moment helfen können. In dieses Erste-Hilfe-Set für unterwegs gehört – sozusagen als „Minimalbestückung“ – zumindest:
- Verbandpäckchen
- Heftpflaster
- Kompressen
- Schere
Ebenfalls empfehlenswert wären allerdings zumindest:
- Einweghandschuhe und/oder desinfizierende Reinigungstücher
- Notfall-Anleitung und eine Liste der Notfallnummern
Notfallnummern für Österreich: Die Bergrettung ist rund um die Uhr in ganz Österreich unter der Rufnummer 140 erreichbar.
Es kann aber auch die in ganz Europa gültige Rufnummer 112 genutzt werden. - Rettungsdecke
Das sollte man im Bergurlaub zudem beachten
Neben der passenden Ausrüstung gilt es bei einem Aufenthalt in den Bergen aber auch weitere Dinge zu beachten. So sollte man unter anderem an
- Verpflegung – insbesondere auf ausreichend Flüssigkeit
- Wanderkarten [nicht überall besteht Handyempfang am Berg. In engeren Tälern können so genannte „Funkschatten“ auftreten]
- Klärung der Frage nach etwaigen Gefahren und Hindernissen, wie etwa plötzliches Unwetter
denken.
Denn auch wenn die Gefahren an und für sich eher gering sind: Viele Urlauber unterschätzen die in den Bergen vorherrschenden, ganz eigenen Bedingungen. So etwa auch das Wetter. Dies kann im Gebirge nämlich binnen kürzester Zeit umschlagen. Also auch, wenn man zum Beispiel bei strahlendem Sonnenschein startet, gilt es entsprechende Schlechtwetterbekleidung mit sich zu führen.
Apropos Sonnenschein: Die Kraft der Sonne darf in den Bergen nicht unterschätzt werden. Denn mit zunehmender Höhe steigt auch die UV-Belastung. Ein qualitativ hochwertiger Schutz für Augen und Haut ist unabdingbar.
Eine weitere, sehr verbreitete Gefahrensituation ist, dass viele Urlauber konditionellen Fähigkeiten falsch einschätzen. Seien es die eigenen oder jene von Begleitpersonen. Und ist man erst einmal am Weg, kann die Tour bis zur nächsten Möglichkeit wieder vom Berg hinunter zu kommen, schon zur Tortur verkommen. Also bereits bei der Planung darauf achten, dass man die Routen nach dem konditionell schwächsten Mitglied der Route wählt, beziehungsweise man sich nicht selbst überschätzt. Hat man sich vor dem Bergurlaub zudem längere Zeit kaum bewegt und liegen Risikofaktoren wie Bluthockdruck, Zuckerkrankheit, Übergewicht, etc. vor, ist es ratsam, vorab eine ärztliche Untersuchung durchführen zu lassen.
Seilbahnwandern als sanfter Einstieg in die Bergwelt
Zum Einstieg empfiehlt sich übrigens das mittlerweile immer beliebter werdende „Seilbahnwandern“. Zahlreiche Bergbahnen sind mittlerweile auch im Sommer in Betrieb. Sie bringen auch konditionell schwächere Gästen in den Genuss, herrliche Bergluft inmitten alpinen Geländes genießen zu können.
Jene, die weniger weit wandern, und dennoch herrliches Hüttenflair erleben wollen, finden im Beitrag „Leichte Touren zu feinen Almen“ zwei leicht erreichbare Ausflugsziele im Salzburger Obertauern.
Aber ganz gleich, ob mit der Seilbahn oder per pedes: Richtig vorbereitet wird der Aufenthalt in den Bergen auf alle Fälle ein unvergessliches Erlebnis!

